

Beispiel: Wärmepumpen-Wassererwärmer von Nussbaum: Aquapro-Ecotherma für Schrankeinbau. Speichervolumen 200 Liter, Kippmass 157 cm. (Bild: R. Nussbaum AG)
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Warum sich der Wechsel lohnt
Wer heute ein Eigenheim besitzt und sein Warmwasser noch mit einem Elektroboiler (Widerstandsheizung) erzeugt, sollte sich mit dem Thema Wärmepumpenboiler beschäftigen. Nicht nur, weil die Strompreise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, sondern auch, weil sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen verändern.
In 16 Schweizer Kantonen ist die Sanierungspflicht direkt elektrisch betriebener Boiler bereits beschlossen oder wird in den kommenden Jahren vorgeschrieben. Je nach Kanton gelten Fristen zwischen 2030 bis 2050.
Doch unabhängig von gesetzlichen Vorgaben lohnt sich ein Blick auf die Technik. Ein Elektroboiler verbraucht jährlich ca. 1000 kWh Elektrizität oder gut Fr. 300.- pro Person. Ein moderner Wärmepumpenboiler benötigt für die Warmwasserbereitung bis zu 70 Prozent weniger elektrische Energie als ein Elektroboiler. Damit sinken die Betriebskosten dauerhaft um über Fr. 200.- pro Jahr und Person. Für einen 4-Personen-Haushalt summiert sich die Einsparung somit auf Fr. 12'000.- in 15 Jahren.
Der Ersatz eines alten Elektroboilers durch einen modernen Wärmepumpenboiler (300 Liter Speichervolumen) kostet typischerweise um die Fr. 6000.- inkl. Montage und Entsorgung. Einen Marktüberblick über energieeffiziente Wärmepumpenboiler findet man auf der unabhängigen Plattform „Topten“ (Link siehe auch unten).
Wärme aus der Umgebung statt aus der Steckdose
Anstatt Wasser direkt mit einem elektrischen Heizstab zu erwärmen, nutzt das Gerät vorhandene Umweltwärme. Ein Kältemittelkreislauf entzieht der Umgebungsluft Wärme, hebt deren Temperaturniveau mithilfe eines Verdichters an und überträgt die Energie anschliessend auf das Trinkwarmwasser. Elektrischer Strom wird dabei hauptsächlich zum Antrieb des Verdichters benötigt und nicht mehr zum eigentlichen Erwärmen des Wassers. Dadurch ist die Wärmepumpe deutlich effizienter. Als Wärmequelle dient meist die Luft im Keller oder Heizungsraum. Je nach Gebäude kann aber auch Aussenluft, Abluft aus dem Gebäude oder Luft aus einem anderen Raum genutzt werden.
Grundsätzlich gibt es zwei Bauformen:
- Freistehende Geräte ersetzen den zentralen Elektroboiler im Keller oder Heizungsraum.
- Einbaumodelle eignen sich für Wohnungen oder Häuser, in denen der bestehende Boiler in einem Schrank untergebracht ist (vgl. Bild).
Einige Hersteller bieten beide Varianten für dieselbe Geräteserie an.
Der Standort entscheidet über die Effizienz
Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je wärmer ihre Wärmequelle ist. Deshalb sollte ein Wärmepumpenboiler möglichst innerhalb der gedämmten Gebäudehülle installiert werden. Ein interessanter Nebeneffekt: Während das Gerät Wärme aus der Luft entzieht, kühlt und entfeuchtet es gleichzeitig den Raum. Gerade in Kellern oder Waschküchen verbessert sich dadurch häufig das Raumklima, und das Risiko von Feuchtigkeit oder Schimmel sinkt.
Mehr Platz, dafür deutlich weniger Stromverbrauch
Im Vergleich zu einem Elektroboiler stellt ein Wärmepumpenboiler etwas höhere Anforderungen an den Installationsort. Neben der eigentlichen Stellfläche benötigt das Gerät genügend Luftvolumen, damit kontinuierlich Wärme entzogen werden kann. Ist der Raum zu klein, lässt sich die Luft über Kanäle aus benachbarten Räumen oder von aussen zuführen. Auch der Transport sollte frühzeitig bedacht werden. Wärmepumpenboiler sind grösser und schwerer als Elektroboiler. Enge Treppen oder schmale Kellerabgänge können die Montage erschweren.
Steht gleichzeitig ein Heizungsersatz an, lohnt sich zudem die grundsätzliche Frage, ob die Warmwasserbereitung künftig weiterhin separat erfolgen oder direkt von der neuen Heizungsanlage übernommen werden soll. Eine gute Planung verhindert spätere Kompromisse.
Das Kältemittel verdient besondere Aufmerksamkeit
Oft konzentriert sich der Vergleich verschiedener Geräte vor allem auf den Preis oder den Stromverbrauch. Das eingesetzte Kältemittel ist jedoch mindestens ebenso entscheidend für die Nachhaltigkeit eines Geräts. Denn Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial können bei Leckagen erhebliche Klimaschäden verursachen und die Umweltbilanz eines Systems deutlich verschlechtern. Auch deshalb werden klimaschädliche Kältemittel in den kommenden Jahren zunehmend gesetzlich eingeschränkt. Empfehlenswert sind Geräte mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan). Es besitzt sehr gute thermodynamische Eigenschaften und gleichzeitig ein äusserst geringes Treibhauspotenzial. Die Klimawirkung von Propan ist mehr als 200-mal geringer als jene des noch häufig eingesetzten Kältemittels R32. Die Marktentwicklung bei Wärmepumpenboilern zeigt daher klar in Richtung Propan. Wer heute in ein neues Gerät investiert, sollte möglichst auf diese zukunftsfähige und deutlich umweltfreundlichere Technologie setzen.
Auch die Lautstärke gehört zur Planung
Ein Wärmepumpenboiler arbeitet nicht geräuschlos. Der Verdichter erzeugt Betriebsgeräusche, die bei modernen Geräten typischerweise um 50 dB liegen, das ist ungefähr vergleichbar mit einem ruhigen Gespräch.
Im Keller ist das meist unproblematisch. Befindet sich das Gerät jedoch in der Nähe von Wohn- oder Schlafzimmern, lohnt sich ein genauer Blick auf die Schallwerte. Schon wenige Dezibel Unterschied können subjektiv deutlich wahrgenommen werden, da die Dezibel-Skala logarithmisch aufgebaut ist.
Die Installation ist meist unkompliziert
Ein Wärmepumpenboiler benötigt einen geeigneten Stromanschluss mit ausreichender Absicherung. Ausserdem fällt während des Betriebs Kondenswasser an, das über einen Ablauf abgeführt werden muss. Beides lässt sich bei einer sorgfältigen Planung problemlos berücksichtigen.
Welche Fördergelder gibt es?
Ein schweizweites Förderprogramm für Wärmepumpenboiler existiert derzeit nicht. Je nach Region unterstützen jedoch Kantone, Gemeinden oder Energieversorger den Ersatz eines Elektroboilers finanziell.
Im Kanton Zürich beispielsweise fördern sowohl das EKZ als auch das ewz den Umstieg auf einen Wärmepumpenboiler. Welche Förderprogramme am eigenen Wohnort verfügbar sind, lässt sich einfach über die Plattform „Energiefranken.ch“ anhand der Postleitzahl überprüfen.
Eine Investition mit langfristigem Nutzen
Aus technischer Sicht gehört der Wärmepumpenboiler zu den effizientesten Massnahmen, um den Stromverbrauch eines Einfamilienhauses deutlich zu senken. Die Technik ist ausgereift, zuverlässig und vergleichsweise einfach nachzurüsten.
Wer den Ersatz seines Elektroboilers frühzeitig plant, profitiert nicht nur von niedrigeren Energiekosten und möglichen Förderbeiträgen. Er gewinnt auch Zeit für eine saubere Planung und erfüllt bereits heute die gesetzlichen Anforderungen, die in vielen Kantonen in den kommenden Jahren verbindlich werden.



